HEIMAT- UND BERGBAUMUSEUM ERBENDORF

SONDERAUSSTELLUNG

„Schnupftabakdosen & mehr“

Exotische, erotische und auch traditionelle Schnupftabakdosen. Die gab es in einer Sonderausstellung des Heimat- und Bergbaumuseums zu sehen. Weit über 100 Exponate aus der ganzen Welt. Unter dem Motto der Ausstellung „Schnupftabakdosen und mehr“ waren auch viele historische Bierzinndeckel  zu bestaunen. Den Schnupftabak verwendeten Mittel- und südamerikanische Kulturen schon lange vor dessen Einführung in Europa. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts brachte Jean Nicot, ein französischer Gesandter, Tabakblätter und –saat nach Frankreich. Erste und berühmteste Schnupferin war die französische Königin Katharina von Medici, die die gepulverten Tabakblätter gegen Kopfschmerzen und Migräne einnahm. Die erste deutsche Schnupftabakfabrik entstand 1733 in Offenbach am Main. Anfänglich wurde der Schnupftabak in Form von Bändern verkauft. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich der Verkauf von Pulver durch. Damit wurde ein neues Gewerbe begründet, die Herstellung von Schnupftabakdosen. „Schnupftabakdosen aus Kunststoff, Horn, Metall, Holz, Porzellan und Glas können bei der Sonderausstellung im Museum bestaunt werden“, so Museumsleiter Manfred Klöble. „Auch die Vielzahl verschiedener Formen ist beeindruckend.“ Rund, eckig, oval oder auch einmal in Form eines Sarges. „Der Sarg aus Metall, mit einem Kreuz versehen, stammt aus Asien“, wusste der Museumsleiter. „In den Dosen aus Asien und dem Nahen Osten wurde aber nicht nur der reine Schnupftabak aufbewahrt.“ Einen großen Teil der Ausstellung nehmen Schnupftabakdosen aus farbigem Kristallglas ein sowie die im Bayerischen gebräuchliche Porzellanschnupftabakdosen. „Viele davon haben als Verschluss noch den Original Haarbüschel mit Nasenwedeln mit drauf“, so der Museumsleiter. Auch erotische Unikate finden sich in der Ausstellung. „Die soll aber der Besucher selbst herausfinden“, sagte Klöble mit einem Lächeln. Neben den Schnupftabakdosen aus aller Welt runden Zinnbierdeckel die Sonderausstellung im Museum ab. „Hier haben wir auch einige bemerkenswerte Exponate mit eingravierten Namen und Nummern aus dem 19. und 20. Jahrhundert.“ „Die Schnupftabakdosensammlung hat über Jahrzehnte hinweg der verstorbene Museumsleiter Joe Heinl zusammengetragen“, führte Klöble aus. „Er war ein leidenschaftlicher Schnupfer und Sammler.“ Einen besonderen Dank sprach er an dieser Stelle dessen Ehefrau Irene Heinl aus, die die Sammlung für die Sonderausstellung dem Heimat- und Bergbaumuseum hinterlies.

„Die goldenen 1950er“

Zurück in die 1950er Jahre entführte eine besondere Fotoausstellung die Besucher unseres Museums. Unter dem Motto „Die goldenen 1950er“ wurden zahlreiche schwarz-weiß Fotos aus Erbendorf ausgestellt, die neben den Gebäuden der Stadt, der Landschaft vor allem das Gesellige zeigen, seien es Szenen aus dem Fasching, bei Gartenfesten, beim Maibaumaufstellen und vielem mehr. Nicht zuletzt zeigten die Fotos den damaligen Zeitgeist in der Mode und vor allem viele Menschen. Vielleicht erkannte der Besucher unserer Fotoausstellung den einen oder anderen auf den Bildern wieder. Die Fotografien stammten alle vom langjährigen Mitglied des Heimatpflegevereins Erbendorf, Robert Müller, der im vergangenen Jahr verstarb. In den 1950er Jahren war er viel mit einer Rollbildkamera unterwegs und machte wunderschöne Schnappschüsse.